Ratgeber · Pflege, Hilfe & Finanzierung

Ehrenamt in der Pflege: Zeit schenken in Berlin

Du möchtest dich engagieren und älteren Menschen Gesellschaft leisten? Als ehrenamtliche Begleitung bei Leben Pflegen Reisen e.V. bist du da, wo Zuwendung gebraucht wird – auf Reisen, am Krankenbett oder im Alltag. Dieser Ratgeber zeigt, was ein Ehrenamt in der Pflege in Berlin bedeutet, für wen es passt und wie du startest.

Was ehrenamtliche Begleitung bedeutet

Im Mittelpunkt steht der Mensch: zuhören, da sein, gemeinsam Zeit verbringen. Ehrenamtliche Begleitung ist keine Pflege und keine medizinische Behandlung – pflegerische und medizinische Aufgaben bleiben bei den dafür ausgebildeten Fachkräften. Was du schenkst, ist Aufmerksamkeit und Gesellschaft – und genau das fehlt im Alltag vieler älterer Menschen am meisten.

Oft sind es die kleinen Dinge, die zählen: ein gemeinsames Lied, ein Spaziergang, das Blättern in alten Fotos. Solche Momente geben älteren Menschen das Gefühl, gesehen zu werden – und genau das ist der Kern unserer Arbeit.

Warum sich engagieren? Was du zurückbekommst

Ein Ehrenamt gibt – und schenkt zugleich. Viele Begleiterinnen und Begleiter erleben ihr Engagement als sinnstiftend und bereichernd:

  • Sinn: Du machst für einen einzelnen Menschen einen spürbaren Unterschied.
  • Begegnung: Du lernst Lebensgeschichten kennen, die berühren und bleiben.
  • Gemeinschaft: Du wirst Teil eines herzlichen, engagierten Teams.
  • Flexibilität: Du bestimmst selbst, wie viel Zeit du einbringst.
  • Erfahrung: Du sammelst wertvolle persönliche und soziale Kompetenzen.

Wo du dich engagieren kannst

So könnte dein Engagement aussehen

Wie ein Einsatz konkret abläuft, hängt von deiner Aufgabe ab – hier zwei Beispiele aus dem Alltag:

Ein Nachmittag als Alltagsbegleitung: Du besuchst eine ältere Dame, trinkst gemeinsam Kaffee, hörst ihren Geschichten zu und machst einen kleinen Spaziergang im Park. Zwei Stunden, die ihr die Woche aufhellen – und dir oft genauso gut tun.

Eine Woche als Reisebegleitung: Du fährst mit einer kleinen Gruppe an die Ostsee, hilfst beim Ankommen, gestaltest den Tag mit, bist bei Ausflügen dabei und sorgst dafür, dass sich alle sicher und gut aufgehoben fühlen. Du erlebst dankbare Momente, die lange nachklingen.

Für wen das Ehrenamt passt

Engagieren kann sich fast jede und jeder – es kommt nicht auf das Alter oder den Beruf an, sondern auf die Haltung:

  • Menschen mit Lebenserfahrung, etwa im (Vor-)Ruhestand, die ihre Zeit sinnvoll einsetzen möchten.
  • Berufstätige, die punktuell – am Wochenende oder für eine Reise – etwas zurückgeben wollen.
  • Studierende und junge Menschen, die Erfahrung im sozialen Bereich suchen.
  • Alle, die gern zuhören und denen die Gesellschaft älterer Menschen Freude macht.

Wer mit einem Pflegeberuf liebäugelt, kann den Alltag hier erst einmal ehrenamtlich kennenlernen – ohne Bewerbung und ohne Festlegung.

Häufige Bedenken – und was wirklich gilt

Viele zögern, weil sie unsicher sind, ob sie „geeignet“ sind. Diese Gedanken hören wir oft:

  • „Ich habe keine Pflegeerfahrung.“ Brauchst du auch nicht – du pflegst nicht, du begleitest. Den Rahmen und das Nötige zeigen wir dir.
  • „Ich habe wenig Zeit.“ Schon zwei Stunden im Monat helfen. Du bestimmst, wie viel du geben möchtest.
  • „Ich weiß nicht, was ich sagen soll.“ Da sein und zuhören genügt. Nähe braucht keine großen Worte.
  • „Was, wenn mich eine Situation überfordert?“ Du bist nie allein: Eine feste Ansprechperson begleitet dich und ist erreichbar.

Was du mitbringen solltest

Voraussetzungen

  • Zeit, Geduld und Freude am Umgang mit Menschen
  • Zuverlässigkeit und Einfühlungsvermögen
  • erweitertes Führungszeugnis (legen wir gemeinsam vor)
  • Nachweis über den Masernschutz (für Einsätze im Krankenhaus, bei Geburt nach 1970)
  • Belehrung nach § 43 IfSG
  • Erste-Hilfe-Nachweis (nicht älter als zwei Jahre)
  • unterschriebene Datenschutz- und Schweigepflichterklärung
  • Schulung vor dem ersten Einsatz

Vorerfahrung in der Pflege ist nicht nötig – wir bereiten dich vor und sind während des Einsatzes ansprechbar. Bei allem helfen wir dir.

Masernschutz ist Pflicht

Wer nach dem 31.12.1970 geboren ist, braucht vor dem ersten Dienst einen Nachweis über den Masernschutz: zwei Impfungen im Impfpass, ein ärztliches Zeugnis über die Immunität oder eine Bescheinigung über eine Kontraindikation. Das schreibt § 20 Absatz 8 des Infektionsschutzgesetzes für alle vor, die in einem Krankenhaus tätig sind — ehrenamtlich wie angestellt. Ohne diesen Nachweis dürfen wir dich nicht einsetzen.

Meistens steht die Impfung längst im gelben Impfpass aus der Kindheit.

Schulung und Begleitung

Du startest nicht allein: Wir führen dich in deine Aufgaben ein, klären Grenzen und Verantwortlichkeiten und stehen dir während jedes Einsatzes zur Seite. So engagierst du dich in einem sicheren, klar geregelten Rahmen – mit einer festen Ansprechperson, an die du dich jederzeit wenden kannst. Auch untereinander tauschen sich die Ehrenamtlichen aus – bei gelegentlichen Treffen, die Raum für Fragen, Erfahrungen und ein Stück Gemeinschaft geben. Sollte einmal etwas nicht passen, finden wir gemeinsam eine Lösung; dein Engagement soll sich gut und stimmig anfühlen.

So wirst du ehrenamtliche Begleitung – Schritt für Schritt

  1. Kennenlernen: Du meldest dich, wir sprechen in Ruhe über deine Wünsche und Möglichkeiten.
  2. Unterlagen: Gemeinsam kümmern wir uns um das erweiterte Führungszeugnis und die weiteren Unterlagen (Masernschutznachweis für Einsätze im Krankenhaus, Belehrung nach § 43 IfSG, Erste-Hilfe-Nachweis, Datenschutz- und Schweigepflichterklärung).
  3. Einführung: Vor dem ersten Einsatz schulen wir dich – für die Alltagsbegleitung in einer eigenen Vorbereitung in kleiner Gruppe (Alltagsbegleiter werden).
  4. Erster Einsatz: Du startest begleitet – mit fester Ansprechperson an deiner Seite.

Absicherung und Aufwandsentschädigung

Ehrenamt ist freiwillig – entstehende Aufwände können im Rahmen der gesetzlichen Pauschalen (Ehrenamts- bzw. Übungsleiterpauschale) steuerfrei erstattet werden. Es handelt sich nicht um eine Anstellung oder Bezahlung im klassischen Sinn. Während deines Engagements bist du abgesichert – die Einzelheiten zu Versicherung und Erstattung besprechen wir beim Kennenlernen.

Ehrenamt in der Pflege in Berlin – und auf Reisen

Unsere ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleiter sind vor allem in Berlin im Einsatz – bei Besuchen zu Hause, in Kliniken und im Alltag. Darüber hinaus begleiten sie unsere Gruppenreisen an die Ostsee und in den Thüringer Wald. So verbindet sich ein Ehrenamt in der Pflege in Berlin mit der Möglichkeit, gemeinsam mit älteren Menschen unterwegs zu sein und etwas zu erleben. Ob regelmäßig oder hin und wieder – jede Stunde, die du schenkst, kommt direkt bei einem Menschen an.

Häufige Fragen

Welche Voraussetzungen brauche ich?

Vor allem Zeit, Empathie und Zuverlässigkeit sowie diese Unterlagen: erweitertes Führungszeugnis, Masernschutznachweis (für Einsätze im Krankenhaus), Belehrung nach § 43 IfSG, Erste-Hilfe-Nachweis (nicht älter als zwei Jahre) und unterschriebene Datenschutz- und Schweigepflichterklärung. Bei allem helfen wir dir. Pflegeerfahrung ist nicht erforderlich.

Bekomme ich dafür Geld?

Es ist ein Ehrenamt. Aufwände können im Rahmen der gesetzlichen Pauschalen steuerfrei erstattet werden – eine Bezahlung im klassischen Sinn ist es nicht.

Wie viel Zeit muss ich einplanen?

Das richtet sich nach deinen Möglichkeiten – von einzelnen Stunden bis zur Begleitung einer ganzen Reise.

Kann ich mich auch berufsbegleitend engagieren?

Ja. Viele Begleiterinnen und Begleiter bringen sich neben Beruf oder Studium ein – am Wochenende oder punktuell für eine Reise.

Kann ich als Ehrenamtliche auf Reisen mitfahren?

Ja. Die Reisebegleitung ist eine unserer schönsten Aufgaben – du begleitest eine Gruppe älterer Menschen und bist Teil des Betreuungsteams.

Bin ich während des Einsatzes abgesichert?

Ja, während deines Engagements bist du abgesichert. Die Details zu Versicherung und Aufwandserstattung klären wir persönlich beim Kennenlernen.

Muss ich pflegerische Aufgaben übernehmen?

Nein. Pflege und medizinische Aufgaben bleiben bei den Fachkräften. Du schenkst Zeit und Gesellschaft.

Wie fange ich an?

Melde dich bei uns – wir lernen uns kennen, klären gemeinsam die Unterlagen und führen dich in deine Aufgaben ein.

Werde Teil unseres Teams

Schenk Zeit – wir zeigen dir, wie du dich als ehrenamtliche Begleitung in Berlin engagieren kannst.

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