Ehrenamt trotz Bürgergeld

Engagiert trotz Bürgergeld – bis 3.300 € bleiben dir.

Du beziehst Bürgergeld und möchtest dich einbringen? Das geht – und bis zu 3.300 € Aufwandsentschädigung im Jahr bleiben anrechnungsfrei, also ohne Kürzung deiner Leistung.

Engagement, das sich lohnt – ohne Kürzung

Kurz gesagt: Wer Bürgergeld bezieht, darf sich ehrenamtlich engagieren. Aufwandsentschädigungen aus der Übungsleiterpauschale (§ 3 Nr. 26 EStG) und der Ehrenamtspauschale (§ 3 Nr. 26a EStG) bleiben zusammen bis 3.300 € im Jahr anrechnungsfrei (§ 11a Abs. 1 Nr. 5 SGB II). Das Ehrenamt meldest du vorher beim Jobcenter.

Ein Ehrenamt gibt dem Tag Struktur, knüpft Kontakte und zeigt, was in dir steckt. Bei Leben Pflegen Reisen e.V. begleitest du ältere oder kranke Menschen – auf Reisen, am Krankenbett oder im Alltag.

Und das Wichtige vorweg: Eine angemessene Aufwandsentschädigung für dein Engagement gilt als privilegiertes Einkommen und wird bis zu einer klaren Grenze nicht auf dein Bürgergeld angerechnet.

Die Zahlen

3.300 €
anrechnungsfrei pro Jahr
§ 11a Abs. 1 Nr. 5 SGB II i. V. m. der Übungsleiterpauschale – bis zu diesem Betrag bleibt die Aufwandsentschädigung ohne Anrechnung.
Kein
Monatsdeckel mehr
Seit Mitte 2023 gibt es keine monatliche Obergrenze – entscheidend ist der Jahresbetrag.

So bleibt von der Anerkennung für deinen Einsatz das, was zählt: bei dir.

So funktioniert es

  • Du meldest dein Ehrenamt deinem Jobcenter – das ist wichtig und unkompliziert.
  • Bis 3.300 € im Jahr bleibt die Aufwandsentschädigung anrechnungsfrei.
  • Eine feste Stundengrenze gibt es beim Bürgergeld nicht. Dein Jobcenter erwartet aber, dass du für Termine und Arbeitsangebote erreichbar bleibst.
  • Du bestimmst selbst, wie oft und wie viel du dich einbringst.

Melde die Tätigkeit vor dem Start bei deinem Jobcenter an. Beträge über der Jahresgrenze werden angerechnet. Diese Seite ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Beratung durch Jobcenter oder Sozialberatung.

Und bei Grundsicherung?

Mit „Grundsicherung“ ist zweierlei gemeint – für dein Ehrenamt gilt in beiden Fällen dieselbe Grenze:

  • Grundsicherung für Arbeitsuchende (Jobcenter, bisher Bürgergeld): Aufwandsentschädigungen nach § 3 Nr. 26 oder 26a EStG bleiben bis 3.300 € im Jahr anrechnungsfrei (§ 11a Abs. 1 Nr. 5 SGB II). Alles oben auf dieser Seite gilt.
  • Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (Sozialamt): Auch hier zählen diese Aufwandsentschädigungen bis 3.300 € im Kalenderjahr nicht als Einkommen (§ 82 Abs. 1 Satz 2 Nr. 8 SGB XII). Melde die Tätigkeit trotzdem dem Sozialamt.

Du bist schon in Rente? Mehr dazu unter Ehrenamt im Ruhestand.

Lust, es auszuprobieren?

Bewirb dich in zwei Minuten – ohne Konto, ohne Passwort, ohne Verpflichtung. Wir melden uns innerhalb von zwei Werktagen und klären alles Weitere in einem kurzen Gespräch.

Häufige Fragen

Wird die Ehrenamtspauschale auf das Bürgergeld angerechnet?
Nein. Die Ehrenamtspauschale nach § 3 Nr. 26a EStG (bis 960 € im Jahr) bleibt beim Bürgergeld anrechnungsfrei. Zusammen mit einer Übungsleiterpauschale gilt eine gemeinsame Grenze von 3.300 € im Jahr.
Wird die Aufwandsentschädigung auf mein Bürgergeld angerechnet?
Bis 3.300 € im Jahr nicht. Eine angemessene Aufwandsentschädigung gilt als privilegiertes Einkommen und bleibt bis zu dieser Grenze anrechnungsfrei.
Muss ich das Ehrenamt dem Jobcenter melden?
Ja. Melde deine Tätigkeit vor dem Start an – das ist Pflicht, aber unkompliziert.
Zählt das Ehrenamt als Arbeit?
Nein. Es ist freiwilliges Engagement. Eine feste Stundengrenze gibt es beim Bürgergeld nicht; du solltest aber für Termine und Arbeitsangebote deines Jobcenters erreichbar bleiben. Die 15-Stunden-Grenze gilt nur beim Arbeitslosengeld I.
Wird die Aufwandsentschädigung auf die Grundsicherung angerechnet?
Nein, bis 3.300 € im Kalenderjahr nicht – weder bei der Grundsicherung für Arbeitsuchende (§ 11a Abs. 1 Nr. 5 SGB II) noch bei der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (§ 82 Abs. 1 Satz 2 Nr. 8 SGB XII). Melde die Tätigkeit trotzdem deinem Jobcenter oder Sozialamt.
Ändert sich 2026 etwas?
Das Bürgergeld wird ab Mitte 2026 in „neue Grundsicherung für Arbeitsuchende“ umbenannt. An der anrechnungsfreien Aufwandsentschädigung für Ehrenamtliche ändert das nichts.
Kann ich Sitzwachen übernehmen, wenn ich Arbeitslosengeld I beziehe?
Ja, grundsätzlich schon. Die Aufwandsentschädigung zahlen wir im Rahmen der Übungsleiterpauschale (§ 3 Nr. 26 EStG). Nach den Fachlichen Weisungen der Bundesagentur für Arbeit zu § 155 SGB III wird diese steuerfreie Einnahme beim Arbeitslosengeld I nicht angerechnet. Die Agentur betrachtet dabei jeden Monat einzeln: bis 275 € im Monat, 3.300 € im Jahr (Stand: 10/2026). Wie deine Tätigkeit im Einzelfall eingestuft wird, entscheidet deine Agentur für Arbeit.
Was gilt, wenn ich in einem Monat mehr als 275 € bekomme?
Bei 100 € je Dienst ist das ab dem dritten Dienst im Monat der Fall, bei 150 € je Dienst schon ab dem zweiten. Dann kann die Agentur die Sitzwachen nach ihren Weisungen als bezahlte Nebenbeschäftigung werten. Für Nebeneinkommen gilt beim Arbeitslosengeld I ein Freibetrag von 165 € im Monat (§ 155 SGB III), und eine Beschäftigung von 15 Stunden oder mehr in der Woche schließt den Anspruch ganz aus (§ 138 Abs. 3 SGB III, Stand: 10/2026). Sprich deshalb vorher mit uns, wie viele Dienste im Monat zu dir passen.
Muss ich die Sitzwachen der Agentur für Arbeit melden?
Ja, spätestens am Tag deines ersten Dienstes. Achte außerdem darauf, dass du für Termine und Vermittlungsvorschläge erreichbar bleibst. Auf Wunsch geben wir dir die Rechtsgrundlagen für das Gespräch mit der Agentur mit.

Lust, dabei zu sein?

Schreib uns kurz – wir melden uns und finden gemeinsam heraus, was zu dir passt.

Wir gehen den Weg mit – nicht für.